Aus der Vereinschronik - Zeitsplitter
1890-1891 Die Anfänge
Die Vorgeschichte des Vereins liegt im dunkeln. Es gibt aus dieser Zeit keine
Unterlagen mehr. Frühere Sitzungsprotokolle lassen jedoch eine wenn auch spärliche
Rekonstruktion von Daten und Fakten aus der Zeit der Vereinsgründung zu. So erzählt in
einer Vereinssitzung am 1.10.1952 Herr Rudolf aus seiner persönlichen Erinnerung von den
Anfängen:
"Der spätere 1. Vorsitzende, Herr Kuhlmann, traf 1887 einige junge Männer beim
Raupensammeln und begann daraufhin selbst zu sammeln. Mit anderen Herren, die er bei
seinen Ausflügen kennenlernte, gründete er am 1.8.1890 den Verein unter dem Namen
Lepidopterologen-Vereinigung Orion zu Berlin. Gründungsmitglieder waren die Herren
Kuhlmann, Hanschmann, Richter und Sachert. Die kleine Gruppe stellte sich zunächst
dieAufgabe, die artenreiche und individuenreiche Lepidopterenfauna der Umgebung Berlins
festzustellen. Die ersten Sitzungen fanden in der Wohnung Kuhlmanns statt. Das erste
Sitzungslokal war die Gaststätte "Zu den drei Komponisten". Vermutlich lag es
in Köpenick, denn dort, "in der Pferdebucht unweit von Köpenick, traf man sich
allwöchentlich zum Sammeln mit einer ganzen Reihe von Sammelfreunden".
1892-1900 Das erste Jahrzehnt der Vereinsgeschichte
Einige Hinweise auf die Vereinsgeschichte in diesen Jahren finden wir in den
Fachzeitschriften. So wird die "Lepidopterologen-Vereinigung Orion" ab 1892
mehrfach im Mitgliederverzeichnis des Internationalen Entomologischen Vereins (IVE) unter
der Adresse von Paul Kuhlmann genannt. Auch in Kranchers Entomologischem Jahrbuch wird der
Orion ab 1894 regelmäßig in den Vereinsberichten erwähnt.
Diesen Berichten entnehmen wir, daß der Verein einen erfreulichen Aufschwung nahm und
in den letzten Jahren eine größere Anzahl von Mitgliedern gewann. Wir zitieren:
"Der größte Erfolg, den der Verein in letzter Zeit errungen hat, ist die
Erlaubnis der königlichen Regierung zu Potsdam zum Betreten der königlichen Forstreviere
Grunewald, Tegel, Koepenik und Falkenhagen auch außerhalb der Wege und Gestecke zum
Sammeln von Insekten".
Um solche Erlaubnisse und Genehmigungen haben sich die Vereinsmitglieder im Laufe der
langen Vereinsgeschichte immer wieder bemühen müssen; mit mehr oder weniger Erfolg.
Heute nennt man soetwas "Ausnahmegenehmigung".
Unter dem wechselnden Vorsitz der Gründungsmitglieder Hanschmann und Kuhlmann wird in
diesen Jahren im Verein die erste Satzung formuliert:
"Zweck des Vereins ist die Pflege und Förderung der Schmetterlingskunde sowie die
Vermittlung eines freundschaftlichen Verkehrs der Berliner Sammler"
ist die wichtigste Aussage, die die Vereinstätigkeit in den folgenden Jahrzehnten
bestimmen wird.
Vereinslokal ist das Restaurant Bandelow in der Charlottenstraße 95, Berlin W. Dort
werden in wöchentlich stattfindenen Sitzungen kleine Vorträge und Vorlesungen über
entomologische und botanische Themen gehalten, neu aufgefundene Schmetterlingsarten und
-formen vorgelegt, Exkursionsberichte gegeben und Zuchtergebnisse besprochen. Auch werden
in diesen Sitzungen alle Vereinsgeschäfte abgewickelt. Daten über Neufunde,
herausragende Ergebnisse von Zuchtversuchen und Nachweise neuer Variationen und Formen
sowie alle Besonderheiten, die in der märkischen Fauna festgestellt wurden, trug man in
ein Journal ein. So finden wir in den Aufzeichnungen, daß Setina kuhlweini Hb., ein
Flechtenbär (Lepidoptera), von Vereinsmitgliedern 1899 erstmalig für die Mark
Brandenburg nachgewiesen wurde.
Im Jahre 1899 hat der Orion 25 Mitglieder. Alle vier Wochen finden Exkursionen in die
Umgebund Berlins statt, organisiert und geführt von einem Partiewart.
Der Verein baut aus seinen Mitgliedsbeiträgen und gelegentlichen Spenden eine
entomologische Fachbücherei auf und abonniert für die Vereinsmitglieder mehrere
Fachzeitschriften. In den Vereinsräumen stehen eine sich ständig erweiternde
Schmetterlingssammlung und ein Herbarium für Bestimmungszwecke zur Verfügung, die von
den Vereinsfreunden intensiv genutzt werden.
Der Verein wird Mitglied des Internationalen Entomologischen Vereins zu Guben und der
Societas entomologica Zürich.
1901-1914 Die Zeit bis zum ersten Weltkrieg
Hanschmann und Kuhlmann führen den Verein nach dem bewährten Konzept bis 1905. Dann
übernimmt August Guhn den Vereinsvorsitz, den er 1908/1909 vorübergehend an Willy
Neuwirth abgibt. 1908 hat der Verein bereits 60 Mitglieder. Die Mitgliederzahl steigert
sich bis 1914 auf 87. Aus dem Jahre 1904stammt das älteste Vereinsfoto in den uns
erhaltenen Unterlagen.
Etwa 1906 oder 1907 ändert der Verein seinen bisherigen Namen und nennt sich jetzt
"Entomologischer Verein Orion zu Berlin". Wann genau die Umbenennung erfolgt
ist, läßt sich auch aus den Mitgliederverzeichnissen des IEV dieser Jahre nicht mehr
feststellen. Der Grund für die Namensänderung liegt wahrscheinlich in der steigenden
Anzahl von Vereinsmitgliedern mit Interessen auf dem Gebiet der Käferkunde, die sich
durch einen reinen Schmetterlingsverein nicht ausreichend repräsentiert sahen. Diesen
Namen führt der Verein bis zu seiner Auflösung am Ende des zweiten Weltkrieges.
Neben den durch ernsthafte Entomologie geprägten wöchentlichen Sitzungen und den
regelmäßigen Sammelpartien wird die Geselligkeit im Verein nicht vernachlässigt.
Sylvester- und Faschingsfeiern, Stiftungsfeste und Landpartien mit Damen, um nur einige
Gelegenheiten zu nennen, finden ebenso regelmäßig statt und übertreffen in der Zahl der
Teilnehmer in der Regel die der Vereinssitzungen um ein Vielfaches. Daß dabei mit
steigendem Bierkonsum die Unterhaltung manchmal recht deftige Formen annahm, ist durch
Eisbeinzeitungen aus dieser Zeit überliefert.

Feier im Vereinslokal 1907 |

Frühjahrexkursion zum Herrensee nach Strausberg, 1907 |

Stiftungsfest 1907
Dampferfahrt nach Hessenwinkel am Nordufer des Müggelsees |

Nachtpartie nach Uetzdorf, 1908 |
1901 wechselt man das Vereinslokal und zieht ein paar Häuser weiter in
das Restaurant Richter, ebenfalls in der Charlottenstraße. Jedoch schon 1904 sucht man
sich ein Vereinslokal im Zentrum der Stadt, um allen Mitgliedern aus Berlin und der
Umgebung einen möglichst zentral gelegenen Treffpunkt zu bieten. Die Sophiensäle (Haus
des Handwerkervereins), Sophienstraße 14, werden neues Vereinsdomizil. Dort, in der
Gegend zwischen Bahnhof Börse, Alexanderplatz und Jannowitzbrücke ist der Verein dann 40
Jahre lang bis zum Ende des zweiten Weltkrieges zu Hause.
Die monatlichen Vereinsexkursionen führen in die nähere und weitere Umgebung Berlins,
nach Hangelsberg und Tiefensee, in den Hessenwinkel, zum Brieselang und nach Finkenkrug,
in den Spreewald, nach Kloster Chorin und in die Gegend von Schönwalde, um nur einige
Ziele der Partien zu nennen. Das sind Namen von Exkursionszielen, die in der heutigen
Generation der Entomologen in Westberlin nur aus Erzählungen der Alten und von der
Landkarte her bekannt sind. Von den Vereinspartien gibt es eine Menge Bildmaterial. Eines
der Bilder, aufgenommen 1910 zeigt das Restaurant von Johann Bittner, das spätere
"Schmetterlingshorst", wo vor dem ersten Weltkrieg Schmetterlinge in Glaskästen
gezeigt wurden, "zur Belehrung des geschätzten Publikums".
Der Verein erweitert die Anzahl der bezogenen Fachzeitschriften und baut die Bibliothek
durch den Erwerb von Neuerscheinungen entomologischer Werke weiter aus.

Restaurant von Johann Bittner, das spätere "Schmetterlingshorst", um 1910 |

Auf dem Wege zur Eichendorfer Mühle, Buckow, 1910 |
1914-1930 Der erste Weltkrieg, die Nachkriegszeit und die 20er Jahre
Mit zunehmender Kriegsdauer werden die jüngeren Vereinsmitglieder einer nach dem
anderen eingezogen. Viele sind nicht zurückgekommen. Die Alten Herren führen, so gut es
geht, das Vereinsleben fort, jetzt mit Treffpunkt im Restaurant Sporthaus, Dirksenstraße
1, dem man nun fast 20 Jahre treu bleibt, bis 1933 der Wirt sein Lokal aufgibt.
Auch während des Krieges werden weiterhin Exkursionen in die Berliner Umgebung
unternommen. Wir wissen wenig aus dieser Zeit. Einige Fotos zeigen das spärliche
Vereinsleben.
Unmittelbar nach Kriegsende übernimmt 1919 Ewald Huhst, ein excellenter Kenner der
märkischen Schmetterlingsfauna, Spezialist für die Gattung Argynnis, den Vereinsvorsitz,
den er bis 1925 ausübt. Jetzt werden auch die vor dem Kriege so beliebten Insektenbörsen
wieder veranstaltet.
Trotz der Wirren der Nachkriegszeit und der folgenden wirtschaftlichen Rezession nimmt
der Verein einen erneuten Aufschwung. Die Mitgliederzahl, die bei Kriegsende auf weniger
als 50 zurückgegangen war, steigerte sich in den 20er Jahren auf über 100.
Mitte des Jahres 1925 erscheint erstmalig eine eigene Publikation des Vereins.
Herausgegeben von dem Druckereibesitzer Gustav Schauer, der auch gleichzeitig als
Schriftleiter fungiert, soll das "Orion, Nachrichten und Tauschblatt" zunächst
im Handabzug, ab 1926 im Druck den Berliner Entomologen eine Plattform zum fachlichen
Erfahrungsaustausch bieten. Der Inhalt des Blattes bestand aus entomologischen
Kurzberichten und Notizen, Vereinsnachrichten, Inseraten der Vereinsmitglieder,
Veranstaltungshinweisen und diente zur Veröffentlichung des Veranstaltungsprogramms des
Vereins. Im ersten Jahrgang 1926 erscheinen 11 Ausgaben, im zweiten Jahrgang 1927 werden
12 Ausgaben herausgegeben. Der dritte Jahrgang besteht nur noch aus 5 Ausgaben, im Mai
1928 wird der Druck aufgrund von Differenzen im Vereinsvorstand eingestellt.
Ein bereits vor dem Kriege immer wieder diskutiertes Projekt wird 1926 nach den
wirtschaftlich schwierigen Nachkriegsjahren erneut aufgegriffen. Man will ein Büchlein
über die Arbeit des Orion und das von den Vereinsmitgliedern zusammengetragene
faunistische Material über die Mark veröffentlichen. Ob das Büchlein tatsächlich
erschienen ist, wissen wir nicht. In der Fachliteratur sind keine Hinweise auf die
Veröffentlichung zu finden. Wahrscheinlich ist es bei dem Plan geblieben.
Unter der Führung von August Guhn, seit 1926 wieder 1. Vorsitzender, werden die
Sammlungen und die Bibliothek des Vereins weiter ausgebaut. Durch eine großzügige
Stiftung des Entomologen und Schriftstellers Bodo von Bodemeyer entsteht der Grundstock
für eine Coleopteren-Sammlung, die als Bestimmungssammlung mitteleuropäischer Käfer die
vorhandenen Sammlungen ergänzt.
Neben den vereinsinternen Tauschabenden, den gewohnten Buch- und
Zeitschriftenbesprechungen und dem entomologischen Erfahrungsaustausch bemüht man sich,
zu den Vereinsabenden Vorträge auf wissenschaftlicher Basis zu bieten. so werden immer
wieder Gäste aus befreundeten entomologischen Vereinen als Referenten verpflichtet; Prof.
Hering, der Kleinschmetterlingsexperte, hat im Orion oft vorgetragen, um nur ein Beispiel
zu nennen.
1931-1945 Die 30er Jahre und der zweite Weltkrieg
Diese Zeitspanne wird eingeleitet durch einen häufigen Wechsel der Vereinslokale. Man
zieht kreuz und quer durch das Stadtzentrum, 1933 zu "Janz" in die
Wallnertheaterstraße, 1934 in Haverlands Festsäle, Neue Friedrichstraße /Rochstraße,
1935 zum Engelhardt-Bräu an der Jannowitzbrücke. 1936 kehrt man wieder für einige Jahre
in die Sophiensäle an der Sophienstraße zurück.
Zentrale Leitfigur und auch organisatorischer Mittelpunkt des Vereins ist in den 30er
Jahren August Guhn. Wenn man heute die Manuskripte seiner Vorträge nachliest, ist man
immer wieder beeindruckt von der entomologischen und botanischen Vielseitigkeit dieses
Mannes. Der Faunistik der Mark Brandenburg galt dabei sein besonderes Interesse. Seine
humorvollen Vorträge hatten immer eine große Zahl von Zuhörern.
1934 tritt Guhn zurück und Otto Boese übernimmt den Vereinsvorsitz. Er führt den
Verein bis zur Auflösung gegen Ende des zweiten Weltkrieges. Langsam dringt das
Gedankengut und der Stil der "Neuen Zeit" auch in das Vereinsleben des Orion
vor. Man trifft sich jetzt an den Vereinsabenden mit "Sammelkameraden", erfüllt
zum Jahresende seine Vereinspflichten und erhält statt der Vereinsprogramme seine
"Arbeitspläne". Das Vereinsprogramm wird gleichgeschaltet. Wenn sich der Verein
trotzdem seinen Charakter als Treffpunkt der Amateurentomologen, die in dieser
Gemeinschaft freundschaftlich verbunden ihren Interessen nachgehen, erhält, ist das wohl
wieder den Alten Herren zu verdanken.
Sie sind es, die auch mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges wieder die Gestaltung des
Vereinslebens übernehmen, wie sie es 25 Jahre früher schon einmal praktiziert haben.
Zwar hat der Verein immer noch über 100 Mitglieder, doch wird einer nach dem anderen
eingezogen. Um den Urlaubern Gelegenheit zur Teilnahme an den Vereinssitzungen zu geben,
geht man im Laufe des Jahres 1940 dazu über, sich am Sonntag Vormittag zu treffen.
1941 werden die Sophiensäle beschlagnahmt. Man muss sich erneut auf die Suche nach
einem Vereinslokal machen. Einige Zeit tagt man im "Clubhaus Rosenthaler Garten"
in der Rosenthaler Straße am Bahnhof Börse. 1943 verlegt man die Vereinssitzungen in die
"Schlesische Heimat" an der Waisenbrücke in der Nähe des Bahnhofs
Klosterstraße.
Man versucht zwar noch immer, regelmäßige Exkursionen durchzuführen und auch zu den
Vereinssitzungen zu kommen; durch die ständigen Luftangriffe und die zunehmende
Zerstörung der Stadt wird jedoch das Vereinsleben erheblich beeinträchtigt. In der
"Schlesischen Heimat" werden auch die letzten Tauschbörsen veranstaltet.
Aus den letzten beiden Kriegsjahren fehlen uns alle Unterlagen. Ein alter Sammler
erinnert sich nach dem Kriege, daß bei einem Bombenangriff im Jahre 1944 die gesamte
Bücherei und die Bestimmungssammlungen des Vereins im Berliner Stadthaus, wo sie im
Keller eingelagert waren, vernichtet wurden.
1945-1960 Neugründung und erstes Nachkriegsjahrzehnt
Nach dem völligen Chaos der letzten Kriegswochen und der Not im zerstörten Berlin
beginnen sich bereits im Laufe des Jahres 1945 ehemalige Orioniden um Kurt Waschke zu
sammeln, der zunächst provisorisch die Geschäftsführung des früheren Vereins
übernimmt. Er bemüht sich um die Zulassung des Vereins bei der Alliierten Kommandantur.
1946 stellt er zusammen mit August Guhn, Adolf Kricheldorff, Hermann Rangnow, Franz
Steinicke und Rudolf Weinert einen Lizenzantrag auf Zulassung der "Entomologischen
Gesellschaft Orion" in Berlin; eine mühsame Angelegenheit, denn alle Papiere mussten
viersprachig eingereicht werden.
Dem Antrag wurde die Satzung des künftigen Vereins beigefügt. Sie baut auf der
Vorkriegssatzung auf. Wir zitieren die wichtigsten Inhalte, festgelegt in § 2:
"Zweck und Ziel des Vereins ist die Pflege und Förderung der Insektenkunde, der
Schädlingskunde und -bekämpfung und die Vermittlung eines freundschaftlichen Verkehrs
der Sammler untereinander.
Dies soll erreicht werden durch wissenschaftliche Vorträge und Vorlesungen, durch die
Beschaffung von Fachzeitschriften und -büchern, die Anlegung und Unterhaltung von
wissenschaftlichen Vereinssammlungen und einer Vereinsbibliothek und die Veranstaltung von
gemeinsamen Sammelexkursionen".
Mit dieser Satzung knüpft man an die traditionellen Vereinsziele an und begründet die
Richtlinien für die künftige Vereinsarbeit. Diese Richtlinien gelten im Prinzip auch
heute noch, wenn sich auch Zweck und Ziele des Vereins unter den derzeit im Vordergrund
stehenden Anforderungen des Natur- und Umweltschutzes anders darstellen.
Warum man den alten Vereinsnamen nicht beibehalten hat und den "Entomologischen
Verein" in eine "Entomologische Gesellschaft" umgewandelte, wird wohl für
immer ein Rätsel bleiben. Wir wollen hoffen, es geschah nicht nur, um von den anderen
Vereinigungen vollwertig anerkannt zu werden.
Die Vereinsarbeit beginnt wieder, wie in den 20er Jahren, mit einer eigenen
Publikation. Anfang Juli 1946 gibt Waschke das "Informationsblatt Nr. 1" heraus.
Es enthält eine Bestandsaufnahme der Reste der Bücherei und der Vereinssammlungen,
verschiedene Vereinsnachrichten und den Appell an das verstreute Häuflein der ehemaligen
Orioniden "Meldet Euch!". Im April 1947 wird eine vorläufige Mitgliederliste
vorgelegt. Sie umfasst bereits wieder42 Namen. Im gleichen Monat erscheint das
"Informationsblatt Nr. 2". Im Juni 1947 gibt es dazu nochmals einen Nachtrag.
Der Inhalt der Blätter besteht aus Ergänzungen der Mitgliederliste, Mitteilungen über
Material- und Bücherspenden, Adressen für Kauf- und Tauschverbindungen und aus
allgemeinen entomologischen Informationen. Weitere Informationsblätter sind uns nicht
bekannt. Wahrscheinlich ist die Schrift wieder eingestellt worden. Waschke konnte ja nicht
alles machen, und Autoren für interessante Beiträge waren schon früher schwer zu
motivieren.
Die Neugründung des "Orion" wird immer komplizierter. Ein Versuch am
17.5.1947 bleibt erfolglos, da die notwendige und auch schon seit längerer Zeit
beantragte Lizenz der Alliierten immer noch nicht vorliegt.
1949 war es dann soweit. In diesem Jahr wurde die Lizenz erteilt, so dass man in der
Jahreshauptversammlung am 21.12.1949 zur Tat schreiten konnte. 32 Vereinsfreunde nahmen an
der Gründungsveranstaltung teil und stimmten über den künftigen Namen des Vereins ab.
Zur Auswahl standen "Entomologische Tischrunde West-Berlin" und Entomologische
Gesellschaft Orion". Mit 23 Ja und 5 Nein-Stimmen wird der "Orion" als
"Entomologische Gesellschaft Orion" nun endlich wiedergeboren.
Erster Vorsitzender wird Gustav Wethlo, sein Stellvertreter Kurt Waschke, ein Gespann,
das in den nächsten Jahren den Verein konsequent aus den Nachkriegsjahren herausführen
und weiterentwickeln wird.
Neues Vereinslokal ist das Restaurant Jurock am Nordufer, Ecke Torfstraße, im Wedding.
Der Verein nimmt wieder eine rege Vortrags- und Exkursionstätigkeit auf. Zu den
Vereinssitzungen treffen sich die Mitglieder aus beiden Teilen der Stadt und aus der
Umgebung Berlins zunächst ohne Behinderungen, sieht man mal von dem Währungsproblem ab.
Auch die Vereinspartien in die Umgebung Berlins erfordern nur das Vorzeigen des Ausweises,
wenn man das Stadtgebiet verlassen will.
Ab 1950 wird die Vereinstätigkeit zunehmend von der politischen Entwicklung in unserem
Land beeinflusst. 1951 nehmen Waschke, Steinig und Skoraszewsky noch an einer Exkursion in
den Ostharz teil. Die Ergebnisse der Beobachtungen haben wir in den Vereinsakten, eine
Wiederholung solcher Exkursionen hat es nicht mehr gegeben.
Der Verein hat inzwischen wieder 50 Mitglieder aus beiden Teilen der Stadt und aus der
Umgebung Berlins. Das Vortragsprogramm in den Vereinssitzungen dehnt sich schrittweise auf
Insektengruppen aus, die bisher neben den Themen aus dem Gebiet der Schmetterlinge und
Käfer etwas vernachlässigt wurden. Unter größten Schwierigkeiten wird ein
Bücherschrank beschafft, man beginnt wieder mit der Einrichtung einer Bücherei im
Vereinslokal. Die Buchbestände, die bisher von den Vereinsmitgliedern zu Hause aufbewahrt
wurden, sind nun leichter zugänglich. Als Neuerscheinungen werden A. Bergmann: Die
Großschmetterlinge Mitteldeutschlands und Forster/Wohlfahrt: Die Schmetterlinge
Mitteleuropas erworben.
Am Rande sei hier eine Notiz aus einem Vereinsprotokoll des Jahres 1952 erwähnt, die
über das Schicksal des vor dem Kriege sehr angesehenen "Berliner
Entomologenvereins" Auskunft gibt. Der Verein, dem so bedeutende Lokalfaunisten wie
Gustav Adolf Closs, der Mitautor des "Closs /Hannemann (1917 /1919)" und Ulrich
von Chappuis, Herausgeber des "Verzeichnisses der Großschmetterlinge der Prov.
Brandenburg, 1942", angehörten, hat sich nach Kriegsende aufgelöst. Den Nachlass
des Vereins hat der "Orion" übernommen. Im Archiv haben wir noch einige
Tagebücher und Sitzungsberichte.
Bedingt durch die politischen Verhältnisse und die zunehmende Einschränkung der
Exkursionsmöglichkeiten gewinnt die Lokalfaunistik für das Gebiet West Berlin steigende
Bedeutung. In diesen Jahren werden die Grundlagen für unsere heutigen Aussagen über die
Entwicklung der Fauna West-Berlins geschaffen.
1950 stellt Max Marquardt sein "Verzeichnis der Großschmetterlinge des
Grunewalds" vor. 1951 erfolgt eine Ergänzung für die Kleinschmetterlinge.
Angesehene Lokalfaunisten wie Erich Haeger und Dr. Karl Cleve stehen oft auf der
Referentenliste des Vereins. Auch Prof. Korge, in den Protokollen erstmals erwähnt als
"Student mit dem Fahrrad in Südfrankreich", beginnt, seine Kenntnisse als
Coleopterologe in den Verein einzubringen.
Ab 1952 dürfen die West-Berliner nur noch mit Sondererlaubnis die Umgebung Berlins
aufsuchen. Selbst Kurt Waschke bekommt trotz der Befürwortung durch Wissenschaftler der
Humboldt-Universität keine Genehmigung mehr, in die Beobachtungsgebiete rund um die Stadt
zu reisen. Ziel der Vereinsexkursionen werden gezwungenermaßen jetzt die Außenbezirke
der Stadt. Grunewald, Spandauer-, Tegeler-, Düppeler Forst, Gatow, Lübars
u.s.w. rücken
nun in das Interesse der Sammler, sind künftig das Interessengebiet, in dem sich die
Orioniden herumtreiben.

Himmelfahrtspartie nach Spandau, 1953
Damit eng verbunden steht 1954 wieder das Thema: "Sammelgenehmigung in den
Berliner Forsten" auf der Tagesordnung des Vereins. Nach langwierigen Verhandlungen
des Vereinsvorstandes mit der Genehmigungsbehörde werden einige Genehmigungen an
namentlich genannte Vereinsmitglieder ausgegeben.
Man ist inzwischen auch wieder mal auf der Suche nach einem neuen Vereinslokal. Der
"Rammlerhof" in der Rammlerstraße und das Restaurant "Zum Treffpunkt"
in der Gerichtstraße im Bezirk Wedding sind Übergangsstationen zu einem für die
Nordberliner fast "außerhalb" gelegenen Domizil in Schöneberg. An der Ecke
Ebersstraße/Gustav-Freytag-Straße, mitten im Schöneberger Kietz, lässt sich der Verein
für einige Jahre nieder.
1961-1988 Entomologie in einer Großstadt ohne Umland
Gustav Wethlo, weiterhin assistiert von Kurt Waschke führt den Verein in die 60er
Jahre.
Als 1961 die Stadt endgültig getrennt und die Mauer um West-Berlin gezogen wird,
versuchen die Westberliner Entomologen durch Briefkontakte die Verbindung zu den
Vereinsfreunden jenseits der Grenze aufrechtzuerhalten. Doch schon bald wird die
Verbindung immer lockerer, nach einigen Jahren bricht sie ganz ab.
Jetzt tritt eine Reihe von jungen Leuten an die Seite der Alten Herren. Die Brüder
Woelky, Gienskey, Karbaum, um nur einige Namen zu nennen, beteiligen sich erfolgreich an
der Arbeit des Vereinsvorstandes. In der Jahreshauptversammlung am 10.1.1963 tritt Wethlo
aus Altersgründen zurück. Kurt Waschke übernimmt den Vereinsvorsitz, 2. Vorsitzender
wird Michael Woelky.

Exkursion in den Spandauer Forst, 1962
1965 muss man erneut das Vereinslokal wechseln. Das "Sportcasino" am
Dominikussportplatz in Schöneberg wird neuer Treffpunkt der Orionmitglieder. In einem
kleinen Nebenraum der Gaststätte besteht die Möglichkeit, die Vereinsbibliothek
unterzubringen. Außerdem ist noch Platz für einen Sammlungsschrank.
Das ist ein überzeugender Anlass, erneut mit dem Aufbau einer Bestimmungssammlung der
märkischen Großschmetterlinge zu beginnen. Man ernennt einen Sammlungsverwalter und
schon nach kurzer Zeit sind die ersten Kästen mit gespendetem Doublettenmaterial
ausgesteckt. Im Laufe der 70er Jahre wächst der Bestand auf rund 600 Tag- und
Nachtfalterarten an.
Prof. Korge beginnt 1969 mit dem Aufbau einer vereinseigenen Bestimmungssammlung
mitteleuropäischer Käfer. Sie erhält ihren vorläufigen Standort im biologischen
Institut der Pädagogischen Hochschule in Lankwitz. Die Sammlung steht nicht nur den
Vereinsmitgliedern zur Verfügung sondern kann von allen interessierten Entomologen
benutzt werden. Der Spendenfreudigkeit einer großen Anzahl von Käfersammlern und den
ständigen Bemühungen Korges zur Erweiterung der Sammlung ist es zu verdanken, dass die
Sammlung in den nächsten 10 Jahren einen Bestand von rund 4500 Arten erreicht. Hier soll
die Stiftung der Sammlung Steinhausen besonders erwähnt werden, die zu einer wesentlichen
Bereicherung der Orionsammlung beigetragen hat. Sie ist damit neben der Privatsammlung von
Professor Korge mit Abstand die umfangreichste Coleopterensammlung in West-Berlin.
Nach zehnjähriger Tätigkeit tritt Kurt Waschke am 10. 1. 1973 als Vereinsvorsitzender
zurück. Er meinte, die jungen Leute müssten nun auch mal ran. Michael Woelky wird 1.
Vorsitzender. Waschke unterstützt ihn zwar noch ein Jahr, verschwindet aber dann ganz aus
dem Vereinsleben. Herbert Jacobs tritt als 2. Vorsitzender an seine Stelle.
Das Vortragsprogramm in den Vereinssitzungen wird von Jahr zu Jahr vielseitiger und
anspruchsvoller. Gastvorträge von Mitgliedern der Deutschen Entomologischen Gesellschaft
und von Entomologen aus der DDR beleben häufig die Vereinsabende. Reiseberichte über
Fauna und Flora der Mittelmeerländer und Vorträge über Erlebnisse in fremden Erdteilen
wechseln sich mit Referaten über die Systematik der Käfer und Schmetterlinge über
weitere Insektengruppen und über lokalfaunistische Beobachtungen ab. Durch die
Anschaffung von Stereomikroskopen gibt der Verein seinen Mitgliedern die Möglichkeit zu
wissenschaftlichen Untersuchungen.
In dieser Zeit entwickelt sich auch der Brauch, einmal im Jahr, meist zu Pfingsten,
eine Vereinsexkursion ins Bundesgebiet zu veranstalten. Man reist 1968 ins Fichtelgebirge,
danach viele Jahre in die Fränkische Schweiz und später ins Naabtal. Oft war es
schwierig, in den kleinen Orten genügend Quartiere zu bekommen. Kind und Kegel nahmen an
den Reisen teil.

Pfingsten 1980 Eichenbirkig, Fränkische Schweiz |

Wanderung durch den Düppeler Forst, 1985 |
1989 - heute Der Verein im Wechsel des Jahrtausend
Niemand ahnt zu
Beginn des Jahres 1989, dass am 9. November das politische System der
DDR zusammenbrechen und die Mauer um West-Berlin fallen wird. Von heute
auf morgen ist nun wieder alles möglich, was seit 1961 gänzlich
unterbunden war.
ORION-Mitglieder
besuchen die Entomologen, die sich im Ostteil der Stadt in der
"Fachgruppe Entomologie im Kulturbund Lichtenberg der DDR" vereinigt
haben. In diesem Kreise trifft man sich zweimal monatlich u.a. mit
professionellen Entomologen des (gleichfalls im Ostteil liegenden)
Naturkundemuseums.
Manfred
Gerstberger, Ehrenmitglied des ORION, hat die Verbindung zu den
Ost-Entomologen schon während der politischen Teilung aufgenommen. Als
Spezialist für Kleinschmetterlinge pflegt er Verbindungen zu den
Ost-Berlinern und Brandenburgern ebenso wie zu bundesdeutschen und
ausländischen Entomologen.
Darüber hinaus ist
es sein Bestreben, die Arbeit der Berlin-Brandenburger Lepidopterologen
des 19. und 20. Jahrhunderts nicht in Vergessenheit geraten zu lassen,
ihre Forschungsergebnisse in Kontinuität mit der gegenwärtigen und
zukünftigen Schmetterlingsforschung anzumahnen. Damit "der Faden nicht
reißt", wertvolle Erkenntnisse nicht unwiederbringlich
verloren gehen.
Es gehört zur
Vollständigkeit einer Chronik, dass die Namen derer, die die
Routinearbeit des 2. Vorsitzenden Jahr für Jahr leisten, in Erinnerung
bleiben - bei Lutz Stiesy, der 1995 verstarb, aber auch bei dessen
Vorgänger, Herbert Jacobs und bei Stiesys Nachfolger, Dr. Matthias
Hartung, der die Libellensammlung betreut.
Michael Woelky,
erster Vorsitzender des ORION, der den Verein durch das Jahrzehnte lange
Hin-und-Her der Umzüge in andere Sitzungsräume unerschütterlich geleitet
hat, erfasst auch jetzt die Gunst der Stunde und nimmt Kontakte zur
Ost-Berliner Fachgruppe auf. Er hat zwei erklärte Ziele, die er schon zu
Zeiten der Teilung
immer wieder äußert:
- Die Käfersammlung
des ORION, von Horst Korge im Biologischen Institut der Technischen
Universität in der Franklinstraße betreut, muß in einem neu zu findenden
Sitzungsort des Vereins
untergebracht
werden.
- Und: Die
coleopterologischen Bestimmungsabende, die getrennt von den
ORION-Vereinsabenden unter der Leitung von Korge in der TU stattfinden,
müssen Teil der ORION-Abende werden.
Wo aber ist der
geeignete Ort?
Zunächst aber muß
- wieder einmal - ein Umzug bewerkstelligt werden. Der Sitzungsraum im
Buchhandelszentrum in der Lützowstraße steht uns im Sommer 1995
plötzlich nicht mehr zur Verfügung. Dankenswerter Weise nimmt der
Stapp-Verlag, der im selben Hause ein Auslieferungslager hat, uns
"Flüchtlinge" auf.
Und als ein Jahr
später auch der Stapp-Verlag hier von heute auf morgen ausziehen muß,
ist wieder guter Rat teuer.
Und wieder hat
Gerstberger die Lösung. Am 27.8.1996 zieht der Verein (Hals über Kopf,
muß man sagen) mit Schränken, Kisten und Kästen aus der Schöneberger
Lützowstraßein die Charlottenburger Schloßstraße. Hier hat der
"Fördererkreis der Naturwissenschaft- lichen Museen Berlins" (kurz:
FNMB) seinen Platz, eine Institution aus den Zeiten der Teilung, die es
sich zur Aufgabe gemacht hat, in West-Berlin ein Naturkundemuseum zu
etablieren - das Museum im Osten war ja für Westler nur unter
schikanösen Prozeduren zugänglich.
Der ORION, seit
1981 schon Mitglied des Fördererkreises, findet hier einen Tagungsraum,
wo man sich jeden 2. und 4. Dienstag im Monat trifft. Es besteht
Gelegenheit zum Mikroskopieren, ein Diaprojektor und ein Videogerät mit
TV-Anschluß sind ebenfalls einsetzbar. Die Bibliothek kann untergebracht
werden, die Schmetterlingssammlung und die Libellen - wenn auch sehr
beengt.
Für die
Käfersammlung ist wiederum kein Platz da. Sie bleibt in der TU, wo sie
als Bestimmungssammlung unter Prof. Korges Aufsicht auch Studenten zur
Verfügung steht.
Prof. Horst Korge
ist hier zu nennen. Ihm, der die ORION-Käfersammlung einst aufgebaut
hat, ist es zu verdanken, dass Vereinsmitglieder ausgezeichnete
Arbeitsbedingungen für ihre Determinationsarbeit im Biologischen
Institut der TU vorfinden,
und zwar absolut
verläßlich mit Horst Korge an jedem 1. Dienstag des Monats.
Auch die Berliner
Naturschützer ehren Horst Korge. Für seine Verdienste um die
Coleopterologie und seine faunistische Arbeit
in
Berlin-Brandenburg wird ihm von der Stiftung Naturschutz in einem
feierlichen Akt 2001 der Victor-Wendland-Ehrenring verliehen.
Der neue
Sitzungsort gegenüber dem Charlottenburger Schloß erweist sich als ein
Segen für den Verein.
Referate von
professionellen Biologen, u.a. Custodes des Naturkundemuseums, wechseln
mit Reiseberichten und Präparier- demonstrationen.
Jeweils am 1. Mai
nehmen ORION-Mitglieder an der von der Fachgruppe durchgeführten
Tagesexkursionen in die Umgebung Berlins teil. Unabhängig davon hält der
Verein an den traditionellen Pfingstexkursionen fest, die seit der Wende
jetzt auch in "unser" Faunengebiet, ins benachbarte Brandenburg, aber
auch in den Kyffhäuser, an die Mosel und wieder einmal in die Fränkische
Schweiz gehen.
Seit 2002
beteiligt sich der Verein mit einem Informationsstand bei der "Langen
Nacht der Museen" im Naturkundemuseum.
Die ständigen
Kontakte des ORION-Vorstandes - einerseits mit dem Vorstand der
Fachgruppe, zum anderen mit der Verwaltung des Museums führen im
September 2000 schließlich dazu, dass sich der ORION jeden 2. Dienstag
im Monat mit den Entomologen der Fachgruppe im Hörsaal 201 des Museums
zu einem Vortragsabend einfindet.
Der 4. Dienstag im
Monat findet weiterhin in Charlottenburg im den "Naturwissenschaftlichen
Sammlungen" statt, die mittlerweile mit anderen Museen in der
Dachorganisation "Stiftung Stadtmuseum" integriert sind.
Die
Stellmöglichkeiten dort für Bibliothek und Schmetterlings- sammlung
sind nach wie vor sehr beengt. Viel Platz dagegen bietet das Museum in
der Invalidenstraße.
Doch wie soll ein
kleiner Verein mit gerade mal 36 Mitgliedern, der nicht einmal das
"e.V." des im Register eingetragenen Vereins vorweisen kann, die
bürokratischen Schranken eines weltweit bekannten Naturkundemuseums
passieren?
Hier helfen die
Kontakte des FNMB zum Museum für Naturkunde.
Im Januar 2004 ist
es soweit: Schmetterlings-, Libellen- und Käfersammlung ziehen aus der
Schloßstraße und aus der TU in die Invalidenstraße in einen Raum neben
dem Humboldt-Exploratorium.
Das
Humboldt-Exploratorium, ein großer Saal, unterteilt in
Experimentiersaal
und Seminarraum, bietet Platz für Bestimmungs- arbeiten an Stereolupen,
für Bild- und Filmprojektionen aller Art und für den "Runden Tisch" für
die Sitzungen.
Sammlungen und
Bibliothek sind aus dem Nebenraum erreichbar.
An den beiden
Sitzungsdienstagen wird hier schon nachmittags Bestimmungsarbeit
geleistet, jugendliche entomologisch interessierte Gäste werden beraten.
Außerdem stehen
für besondere spezielle Bestimmungsarbeit - nach vorheriger Absprache -
die wissenschaftlichen Sammlungen des Museums zur Verfügung.
Am 2. Dienstag im
Monat findet die Sitzung weiterhin zusammen mit den Entomologen und
Gästen der Fachgruppe im Hörsaal 201 statt.
So hat der ORION,
1890 als entomologische Gesellschaft gegründet, im Jahre 2004, nach
wechselvoller Geschichte endlich seinen würdigen Platz in Berlin
gefunden.

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