Vereinstreffen und weitere Aktivitäten

Wir treffen uns jeden 2. und 4. Dienstag im Monat
im Naturkundemuseum, Invalidenstr. 43 in 10115 Berlin zum Stadtplan

Datum Referent - Thema | Veranstaltung Protokoll
bisherige Termine siehe Programm-Archiv
09.12.2014 Prof. Dr. Klaus Werner Wenzel - Photonische Insekten - Wunder der Natur -
Das Phänomen der brillierenden und changierenden Farben

Es werden "7 Wunder der Insekten-Welt" gezeigt: Schmetterlinge und Käfer mit glänzenden, blitzenden, brillierenden sowie schillernden, iridisierenden Farben. Solche "physikalischen" Farben bei Insekten wurden schon in 50 Millionen Jahre alten Fossilien gefunden.
Der Zweck dieser Entwicklung in der Evolution: Tarnung, Signale für Artgenossen, Abschreckung von Feinden, besondere Schönheitsmerkmale der Männchen.
Die physikalische Basis sind "photonische Kristalle", das sind regelmäßig geordnete kugelförmige Kristalle aus Chitin, analog zum Aufbau von Opalen (dort Kristalle aus Silizium-Oxyd), die nur 1500 bis 3000 Angstroem-Einheiten groß sind (0,15 - 0,3 µ = Millionstel Millimeter). Beispiele der Kristallgröße und der Farbspiele werden gezeigt.
 
23.12.2014 ORION - Vereinstreffen (Ablauf s.o.)
13.01.2015 Dr. Hannes Petrischak (Saarbrücken)
Erlebnisse mit Wespen, Wildbienen und Schwebfliegen im Garten

Vom zeitigen Frühjahr bis zum Spätherbst bieten Wildbienen, Wespen und Schwebfliegen faszinierende Beobachtungsmöglichkeiten vor der eigenen Haustür. Wildbienen treten nicht nur in großer Zahl als Bestäuber etwa am Apfelbaum auf, sondern verblüffen – immer im Wettstreit mit Parasitoiden – vor allem durch ihre spezifischen Nestbauweisen, manchmal sogar in leeren Schneckenhäusern. Spektakuläre Arten wie die Blauschwarze Holzbiene befinden sich aktuell in Ausbreitung und nagen lange Gänge in totes Holz. Viele solitäre und soziale Wespen-Arten tragen reiche Beute ein: Lehmwespen stopfen Raupen in hohle Brombeerranken, und Hornissen verfüttern die Flugmuskulatur kleinerer Wespen an den eigenen Nachwuchs. Schwebfliegen schützen sich durch die Nachahmung der wehrhaften Hautflügler vor Feinden, ihre Larven sind jedoch selbst wichtige Räuber in Blattlauskolonien. Zum Saison-Finale kommt es alljährlich an blühendem Efeu, wo sich Mimikry, Jagdszenen und immer wieder einige seltene Besonderheiten ausgiebig beobachten lassen.
 
27.01.2015 ORION - Jahreshauptversammlung - nur für Mitglieder -
10.02.2015 Prof. Dr. Thomas Schmitt (Müncheberg)
Ökologie und Biogeographie des Goldenen Scheckenfalters Euphydryas aurinia
Der Goldene Scheckenfalter besitzt in Europa eine weite Verbreitung. Morphologisch können verschiedene Unterarten voneinander differenziert werden. Genetische Untersuchungen konnten diese Muster in vielen Fällen bestätigen, ergeben jedoch ein noch feineres biogeographisches Muster mit glazialen Rückzugsgebieten im Mittelmeerraum jedoch auch weiter nördlich. Die Art weist hierdurch eines der komplexesten biogeographischen Muster auf, das bisher für eine einzige Art bekannt geworden ist. Auch ökologisch weist der Goldene Scheckenfalter über sein europäisches Verbreitungsgebiet eine Fülle von charakteristischen Anpassungen auf, die auf das Überleben unter spezifischen Umweltbedingungen "zugeschnitten" sind. In seinem Vortrag wird Prof. Thomas Schmitt vom Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut in Müncheberg die Biogeographie und Ökologie dieses faszinierenden Falters an Hand von genetischen Analysen und freilandökologischen Untersuchungen aufbereiten.
 
24.02.2015 ORION - Vereinstreffen (Ablauf s.o.)
10.03.2015  Michael Laaß (Halle)
"Honeckers letzte Reserve:" Der Bitterfelder Bernstein und seine Inklusen

Dass es am Ostseestrand Bernstein gibt, weiß jedes Kind. Weniger bekannt ist hingegen, dass in dem ehemaligen Braunkohlentagebau Goitzsche bei Bitterfeld zwischen 1975 und 1993 etwa 425 Tonnen Bernstein bergmännisch zutage gefördert wurden und ein großer Teil des „Ostseebernsteins“, der damals auch in Westdeutschland in den Handel kam, gar nicht aus dem Ostseeraum stammte! Der Bernstein aus Bitterfeld, regelmäßig mit LKWs nach Ribnitz-Damgarten an die Ostseeküste befördert, wurde sodann im „VEB Ostseeschmuck“ verarbeitet und zum „Ostseebernstein“ umgetauft, was der DDR gute Einnahmen bescherte. Dies war möglich, weil der Bitterfelder Bernstein in seiner Qualität und den zahlreichen hervorragend enthaltenen Inklusen vom Baltischen Bernstein kaum zu unterscheiden war. Doch nicht nur Entdeckung, Abbau und Verarbeitung dieses Schmucksteins sind ein Krimi, auch Herkunft und Alter des Bitterfelder Bernsteins blieben lange Zeit umstritten. Dipl.-Geologe MICHAEL LAAß hat den Braunkohlentagebau Goitzsche noch vor seiner Flutung mehrfach besuchen können und kann in dem Abendvortrag seltene Einblicke in die „Schatzkammer Honeckers“ und die in den Bitterfelder Bernstein eingeschlossene Lebewelt geben.
 
24.03.2015 ORION - Vereinstreffen (Ablauf s.o.)

Nachstehend wird auf aktuelle Veranstaltungen außerhalb des Sitzungsprogramms verwiesen, also z. B. Exkursionen. Die aufgeführten Aktivitäten werden entweder vom Verein oder einzelnen Mitgliedern angeboten oder durchgeführt, z. T. in Kooperation mit anderen Veranstaltern.

   

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