Extrem lokale Arten
von Manfred Gerstberger
Acleris effractana und Cydia larseni (Wickler / Tortricidae)
in Deutschland aktuell nur in Berlin und Brandenburg nachgewiesen.
Acleris effractana (Hübner, 1799)
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Die Entdeckung, dass es sich bei der auffälligen und bisher
leicht zu bestimmenden Art Acleris emargana um zwei verschiedene handelt, gelang Leraut
(2003). Nomenklatorische und ökologische Klarheit erbrachten spätere Recherchen
(Karsholt et al. 2005). Danach ist A. emargana in Europa, auch Deutschland und Berlin weiter
verbreitet, bei A. effractana handelt es sich um eine
holarktisch verbreitete Art, die in Europa auf den Norden
beschränkt ist. Aus Deutschland lagen historische Belege und
Meldungen aus Braunschweig und Neustrelitz (nach F.v.R.) sowie
Bautzen / Sachsen vor (Karsholt et al. 2005), Schleswig-Holstein
nach Roweck & Savenkov. Aktuell ist diese Art in Deutschland
bisher nur aus Berlin vom Tegeler Fließ nachgewiesen (Hermsdorf
und Blankenfelde 1986 und 1991).
Flugzeit 01.-16.08.
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Acleris effractana (Hübner, 1799) |
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Die Raupen von A. effractana leben in den zusammengerollten
Blättern von Salix-Arten:
S. pentandra / Lorbeerweide, S. purpurea / Purpurweide,
S.
cinerea / Grauweide,
die im Gebiet auch heute noch häufig vorkommen (Görz 1931, Böcker &
Linder 1997).
Als Raupenfutterpflanzen von A. emargana werden genannt:
Salix caprea, Alnus, Betula, Corylus, Populus tremula (Angaben nach Karsholt et al. 2005).
Flugzeit: 03.08.-24.09.
Habituell lassen sich beide Schmetterlingsarten nicht sicher
unterscheiden. Ein eindeutiger Nachweis kann daher nur nach Genitalprüfung erbracht werden.
Eine Differentialdiagnose dafür liefern Karsholt et al. 2005.
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Cydia larseni (Rebel, 1903)
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Diese Art wurde schon 1996 aus dem Land Brandenburg für
Deutschland als neu gemeldet (Gerstberger & Gaedike 1996). Weitere faunistische Nachweise
liegen bisher für Deutschland nicht vor. Nach den wenigen Beobachtungsmeldungen dürfte es
sich um eine im SO Europas sehr lokal verbreitete Art handeln. In Brandenburg
beschränken sich die Beobachtungen auf das Gebiet direkt an der Oder, den Teufelsberg und
Pimpinellenberg zwischen Liepe und Oderberg seit 1986 bis 2010.
Die Flugzeit der Falter:25.4. - 20.05
Aus Polen wurde die Art bisher nicht gemeldet. Der nächste Fundort ausserhalb Deutschlands liegt in Tschechien. Die Futterpflanze der
Raupe ist bisher unbekannt. Am 25.04.2004 wurden frisch geschlüpfte Weibchen auf einer
gemähten Wiese auf dem Teufelsberg auf Kronwicke (Coronilla varia)
sitzend entdeckt.
Vermutlich handelt es sich bei dieser Pflanze, die hier und auf dem Pimpinellenberg
häufig vorhanden ist, um die bisher unbekannte Futterpflanze der Raupen. Die Entwicklung dürfte
im Stengel und Wurzelstock, wie bei verwandten Arten auch, stattfinden.
Zur Taxonomie siehe Gerstberger & Gaedike 1996
(Genitalabbildungen), hervorragende Falterabbildungen befinden sich auf der Umschlagseite des 2.
Heftes vom 40. Band. |

Cydia larseni (Rebel, 1903) ♂

Cydia larseni (Rebel, 1903) ♀ |
Literatur
BÖCKER, R. & LINDER, W. 1997: Das geplante Naturschutzgebiet
"Ehemaliger Hermsdorfer See" in Berlin- Reinickendorf. Berl. Natursch. Bl. 41 (1):
671-677.
GERSTBERGER, M. & GAEDIKE, R. 1996: Ergänzungen zur
Kleinschmetterlingsfauna der Länder Berlin und Brandenburg (Microlepidoptera). Ent.Nachr.Ber. 40
(2): 69-73.
GERSTBERGER, M. 2002: Weitere Ergänzungen zur
Kleinschmetterlingsfauna der Länder Berlin und Brandenburg (Lep.) (II). Märk.Entom.Nachr. 4 (2):
57-62.
GÖRZ, R. 1931: Die Gattung Salix (Weide) in: Hilzheimer, M.:
Das Naturschutzgebiet Schildow (Kalktuffgelände am Tegeler Fließ) (Teil I) S. 26-40
KARSHOLT, O. & AARVIK, L. & Agassiz, D. Huemer, P. & Tuck, K.
2005: Acleris effractana (Hübner, 1799) - a Holarctic Tortricid. Nota lepid. 28 (2):
93-102.
LERAUT, P. 2003: Le guide entomologique. Delachaux et Niestlé
SA, 527 S., Paris.
ROWECK, H. & SAVENKOV, N. 2007: Weitere Ergänzungen zur
Schmetterlingsfauna (Lep.) von Schleswig-Holstein und Hamburg. Faunistisch-Ökologische
Mitteilungen 8 (11/12): 471-482, 2 Taf.

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