In der Schmetterlingsfamilie der Miniermotten (Gracillariidae)
ist die bei uns heimische Gattung Phyllonorycter mit rund 70 Arten vertreten, deren Raupen
monophag oder oligophag in den Blättern verschiedener Blütenpflanzen minieren. Hier sind
die nächsten Verwandten der etwa im Jahre 1998 zugewanderten Kastanien
Miniermotte zu finden.
Die ursprüngliche Herkunft dieses Schmetterlings ist unbekannt. Er fiel erstmalig 1984
in Mazedonien durch Massenbefall von Kastanienblättern auf und wurde 1986 als neu
für die Wissenschaft beschrieben. Als Raupen- Futterpflanzen liegen sichere
Nachweise nur von der weiss blühenden Rosskastanie (Aesculus
hippocastanum) vor. Ob der
starke Befall von Kastanienblättern durch ein natürliches Regulativ eingedämmt werden
kann, bleibt abzuwarten.
Vermutlich liegt die Heimat des Schmetterlings in Asien oder Nordamerika, wo am ehesten
nach dezimierenden Parasiten gesucht werden könnte (u. a. Pilz- und winzige
Hautflüglerarten). Ungeklärt bleibt die Frage, wie der Schmetterling nach Mazedonien
gelangt ist.
Neben der Kastanien Miniermotte sind in den letzten 30 Jahren fünf
verwandte Arten nach Deutschland eingewandert, die auch in Berlin und Brandenburg eine
neue Heimat, aber weit weniger Beachtung fanden. |