Springschrecken (Orthoptera, Ensifera et Caelifera)

 

Arten in Berlin-Brandenburg
von René Ressler


Weltweit sind rund 20.500 Heuschrecken-Arten beschrieben worden (KLAUSNITZER 2003) - davon 974 in Europa (SZIJJ 2004). Wenngleich wohl jeder Bürger diese Tierchen kennt und ihnen oft begegnet, sind dies im Vergleich zu anderen Insektengruppen verschwindend wenig. Gerade einmal 85 Arten kommen in Deutschland vor und wiederum nur 54 Arten in Berlin/Brandenburg.

Früher wurden die Heuschrecken oder Springschrecken, wie sie auch genannt werden, zu der Ordnung Saltatoria zusammengefasst. Mittlerweile gilt es als sicher, dass es sich um zwei getrennte Ordnungen - die Langfühlerschrecken (Ensifera) und die Kurzfühlerschrecken (Caelifera) - handelt. Beide Ordnungen unterscheiden sich in mindestens 20 Merkmalen voneinander. (KÖHLER 2000) Da die zusammengefasste Abhandlung beider Ordnungen noch immer üblich ist, werden auch hier beide Ordnungen zusammen behandelt.

Heuschrecken zeichnen sich vor allem durch ihre auffälligen, zum Springen geeigneten, Hinterbeine und die Fähigkeit der Männchen zur Stridulation (Lauterzeugung) aus. Hierbei reiben die Langfühlerschrecken die Vorderflügel aneinander während die Kurzfühlerschrecken ihre Hinterbeine an eine Ader der Vorderflügel reiben - wobei es auch Arten gibt, die keine (hörbaren) Laute von sich geben. (BELLMANN 1993)

Obschon die Tiere omnipräsent zu sein scheinen, gehören viele bedrohte Arten in diese Tiergruppe. Nicht weniger als 40% der in Brandenburg autochthonen (bodenständigen) Arten sind in ihrem Bestand gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. (KLATT et al. 1999)

Nomenklatur nach DETZEL (2001); deutsche Namen und Synonyme nach KLATT et al. (1999)

Literatur
BELLMANN, H. (1993): Heuschrecken - beobachten, bestimmen. 2. Auflage. - Augsburg (Naturbuch-Verlag)
DETZEL, P. (2001): Verzeichnis der Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) Deutschlands. In: Klausnitzer, B. (Hrsg.): Entomofauna Germanica 5. – Entomologische Nachrichten und Berichte (Dresden), Beiheft 6, 63-90.
KLATT, R., BRAASCH, D., HÖHNEN, R., LANDECK, I., MACHATZKI, B., VOSSEN, B. (1999): Rote Liste und Artenliste der Heuschrecken des Landes Brandenburg. In: Landesumweltamt Brandenburg (Hrsg.): Naturschutz und Landschaftspflege in Brandenburg. 8(1): Beilage.
KLAUSNITZER, B. (Hrsg.) (2003): Entomofauna Germanica 6. In: Entomologische Nachrichten und Berichte. Beiheft 8: 1-344. Dresden.
KÖHLER, G. (2000): Ensifera - Langfühlerschrecken; Caelifera - Kurzfühlerschrecken. In: HANNEMANN, H.-J., KLAUSNITZER, B., SENGLAUB, K. (Hrsg.), Stresemann (Begr.): Exkursionsfauna von Deutschland. Bd. 2. Wirbellose: Insekten. - Heidelberg, Berlin (Spektrum Akademischer Verlag): 112-133.
SZIJJ, J. (2004): Die Springschrecken Europas. Die neue Brehm-Bücherei Bd. 652. - Hohenwarsleben (Westarp Wissenschaften).