Flöhe (Siphonaptera) Berlin-Brandenburgs
54 Arten in 6 Familien
von René Ressler
Flöhe gehören wohl zu den unbeliebtesten Insekten, sei es durch
den „Pestfloh“ oder durch unangenehme Erfahrungen des Tierhalters
mit seinen Lieblingen. Dennoch gehören die Flöhe durch ihre Lebensweise
wohl auch zu den interessantesten Insekten. Flöhe sind obligat parasitisch,
d.h. nur dort, wo ihre Wirtstiere vorkommen, können sie auch selbst
überleben. Der Nachweis der Flöhe geht somit einher mit der Problematik
des Auffindens der Wirtstiere. Wer weiß schon, wie er an Fledermäuse
oder gar Großwild herankommt, ohne die Belange des Naturschutzes
außer Acht zu lassen? Wie bekommt man Flöhe von einem Maulwurf usw.
Dabei sind die Flöhe jedoch mehr an die Nester der Wirtstiere als
an die Wirtstiere selbst gebunden.
Im Gegensatz zu den Läusen sind Flöhe holometabol – sie besitzen
also ein echtes Puppenstadium. Während sowohl Flöhe als auch die
nicht verwandten Tierläuse als Imagines („erwachsene Tiere“) auf
dem Wirt leben, kommen die Larven der Flöhe außerhalb des Wirtes
in deren Nestern vor, wo sie sich von Blutresten und sonstigem tierischen
Abfall ernähren.
Weltweit wird die Anzahl der Arten auf ca. 2500 geschätzt. In
Deutschland gibt es nach KUTZSCHER & STRIESE (2003) 72 autochthone
(bodenständige) Arten. Die Gesamtzahl der Flöhe für das Gebiet von
Brandenburg und Berlin anzugeben ist dabei nicht trivial. Da Flöhe
an ihre Wirtstiere und deren Nester gebunden sind, sollte die Verbreitung
der Flöhe die Verbreitung der Wirtstiere widerspiegeln. Es ist somit
damit zu rechnen, dass fast alle Floharten potentiell auch in Berlin/Brandenburg
vorkommen, sofern die Wirte auch dort vorkommen. Die folgende Liste
kann aufgrund der geringen Anzahl an Entomologen, die sich mit den
Flöhen beschäftigen, nur den derzeitigen (rel. geringen) Kenntnisstand
wiedergeben. Es ist damit zu rechnen, dass in Hinblick auf die Deutschlandliste
noch wesentlich mehr Arten in Berlin/Brandenburg zu finden sind.
Nomenklatur und Reihenfolge nach KUTZSCHER & STRIESE (2003); Synonyme nach Fleas Database
Gesamtartenliste
Mikropräparationen
Literatur:
JANCKE, O. (1938): Die Tierwelt Deutschlands und der
angrenzenden Meeresteile nach ihren Merkmalen und nach ihrer Lebensweise.
Begründet von F. DAHL. Teil 35, Flöhe oder Aphaniptera (Suctoria).
Läuse oder Anoplura (Siphunculata). – 78 S.; Jena (Gustav Fischer
Verlag)
KUTZSCHER, C. & STRIESE, D. (2003): Verzeichnis der Flöhe Deutschlands.
– In: KLAUSNITZER, B. (Hrsg.): Entomofauna Germanica 6. – Entomologische
Nachrichten und Berichte, Beiheft 8: 292-298.
PEUS, F. (1953): Flöhe. Die neue Brehm-Bücherei Heft 98. – 43 S.;
Leipzig (Akademische Verlagsgesellschaft Geest & Portig)
SCHEFFLER, I. & RESSLER, R. (2005): Untersuchungen zur
Ektoparasitenfauna (Siphonaptera: Ischnopsyllidae; Diptera:
Nycteribiidae) an Fledermäusen in Brandenburg. - Märkische Ent.
Nachr. 7(2): 123-132.
SCHUMANN, H. (2000): Siphonaptera [Aphaniptera] – Flöhe. – In: HANNEMANN, H.-J., KLAUSNITZER, B., SENGLAUB, K. (Hrsg.): Exkursionsfauna von
Deutschland. Band 2. Wirbellose: Insekten. – Heidelberg, Berlin
(Spektrum Akademischer Verlag): 690-695

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