Zur Tradition des ORION gehört die jährliche Exkursion um Pfingsten,
gemeinsam mit Freunden und Ehepartnern, in die Mark oder entfernter
Regionen Deutschlands.
In diesem Jahr konnten sich die Vereinsmitglieder zwischen Cochem a.
d. Mosel und Thomsdorf in der Uckermark entscheiden. Dementsprechend hielt sich die Teilnehmerzahl für Thomsdorf in Grenzen.
Unser Hotel für drei Tage war das "Haus Thomsdorf", direkt am
Carwitzer See gelegen, am Rande einer wunderschönen waldreichen
Hügel- Seenlandschaft.
Alles, was die Eiszeit hinterlassen hat, End- und Grundmoränen und
Sander, bot sich uns dar als waldfreie Hügel und Hänge mit
Trockenrasen, Kiefern- und Laubmischwälder und Seen. |
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Carwitzer See |
Blick vom Haus Thomsdorf |
Ein gepflegtes Haus mit netter Bedienung |
Erkundet wurde - unter ortskundiger Führung von Uwe Göritz und Herrn
und Frau Gabriel - die Prenzlauer "Kleine Heide" und ein nach Süden
exponierter Hang bei Naugarten*). Ferner das Gebiet
Hauptmannsberg/Hollerbusch in Carwitz. |
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| Landschaftsteil bei
Naugarten |
am Südhang bei Naugarten |
Blick vom Hauptmannsberg bei Carwitz |
Bei Temperaturen um 20°C bis 23°C und einem leichten Wind luden der Samstag und der Sonntag zu angenehmen und erfolgreichen
Erkundungen ein.
Die Abende und Nächte dagegen waren kühl und zu kalt, um beim
Lichtfang Erfolge zu erzielen. Zwar sang die Nachtigall bis fast zur
Morgendämmerung, doch kaum ein Insekt wagte sich aus dem Schutz der
Vegetation. |
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Lichtfang am Carwitzer See |
Phalera bucephala (LINNAEUS,
1758)
Der Mondvogel |
Phragmataecia castaneae (HÜBNER,
1790)
Rohrbohrer |
Der erste Vorsitzende des ORION, Michael Woelky, war im Besitz einer
behördlichen Ausnahmegenehmigung zum Sammeln einzelner Insekten zur
korrekten Bestimmung.
Am Samstag fuhren wir nach Prenzlau und auf engen Sandwegen bis tief
in die "Kleine Heide" hinein.
Ein weithin sich erstreckendes Trockenrasengebiet breitete sich vor
uns aus, in der Mitte dann steil abfallend wie in einem Trichter ein
kreisrunder kleiner See, ringsum bewachsen mit Weide und krautiger
Feuchtwiese.
Wer nicht mit dem Käscher unterwegs war, fotografierte oder machte
Notizen. So speicherte Bernd Krüger Insekten aller Ordnungen in
seiner Digitalkamera. Nach dem gemeinsamen Abendessen schaltete er
dann seinen Laptop ein, worauf sich ein allgemeines
Determinationsgespräch entwickelte. |
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Uwe Göritz mit Bernd Krüger im Gespräch |
Die Teilnehmer der Exkursion |
Satyrium pruni (LINNAEUS, 1758)
Pflaumenzipfelfalter |
Klaus Dörbandt, der schon seit vielen Jahren in allen Ecken
Brandenburgs Tagfalter registriert und faunistische Daten speichert,
war mit einem Notizbuch unterwegs, beugte sich hier und da tief ins
Gras oder folgte mit den Augen einem Falter, um seine Zählliste mit
neuen Namen oder Strichen zu vervollständigen.Schlehenbüsche,
Weißdorn, Wilde Rose, Ginster, kleine Birken - das waren die
Begrenzungen der herrlichen Wiesen, auf denen zwischen Gräsern,
Scabiosen und anderen blühenden Pflanzen u. a. die Karthäusernelke
und der Natternkopf blühten.
Dr. Jürgen Deckert war zur Stelle, wenn eine Wanze determiniert
werden musste, Roland Herrmann und Michael Woelky "meldeten"
Schmetterlinge, und Jörg Heimann klopfte Käfer von Büschen und
Gräsern. |
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Leptopterna dolobrata (LINNAEUS, 1758)
Männchern und Weibchen einer Weichwanze |
Lasiommata megera (LINNAEUS, 1767)
Der Mauerfuchs - hier ein Weibchen |
Dorcus parallelipipedus (LINNAEUS,
1758)
Der Balkenschröter in Kopula |
Unser ortskundiger Führer geleitete uns zum geplanten
Mittagessen anschließend nach Naugarten.
Dort angekommen fanden wir das sonst für gute Restauration
bekannte Lokal geschlossen. Stattdessen begrüßten uns an die
zwanzig Feuerwehr-Löschzüge mit für Berliner Ohren zwar
gewohntem, in dieser Gegend jedoch nicht erwartetem Lärm.
Die Wirtin des an dem Naugartener See gelegenen Lokals
bedauerte uns gegenüber, dass zur Zeit geschlossen sei,
machte uns aber auf eine Besonderheit im Lokal aufmerksam:
Man kann auf einem Bildschirm im Lokal über eine Videokamera
unter Wasser die im (!) See heranschwimmenden Fische
betrachten.
Der See wird - so erklärte es Uwe Göritz - seit Jahren durch
Abpumpen des Tiefwassers renaturiert, so dass er sich, nach
jahrzehntelangen Eingaben von Gülle, langsam aber
erfolgreich erholt. Die Artenzahl der Fische nimmt ständig
zu.
Eine entomologische Einlage bescherte uns dann noch an einem
aus Baumstämmen gefertigten Denkmal in der Ortsmitte ein
Käferpaar in Kopulation. Leptura quadrifasciata (LINNAEUS,
1758) mit Sicherheit aus diesem Baumstamm geschlüpft,
vergnügte sich auf dem mit Karbolfarbe frisch gestrichenem
Holze. Und so wird das Weibchen - so befürchtet es der
Künstler und so hoffen wir es - seine Eier im Innern des
Baumstammes ablegen und für Leben im Holze sorgen. |
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Naugartener See |
siehe Bericht |
Leptura quadrifasciata (LINNAEUS,
1758) |
Das Mittagessen holten wir in der Klostermühle von Boitzenburg nach
- empfehlenswert nicht nur das Essen, sondern auch die Umgebung mit
einer Ruine eines Zisterzienserinnenklosters, und einem dazu
gehörigen verwilderten Park mit uraltem Eichenbestand! (800-jährigen
Eichen) |
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In der Klostermühle zu Tisch |
Ruinen des Zisterzienserinnenklosters |
Dr. Jürgen Deckert macht Detailaufnahmen |
Ähnlich gestaltete sich der folgende Sonntag, wo wir den
Hauptmannsberg in Carwitz (schon in Mecklenburg-Vorpommern)
besammelten.
Auch hier wieder, diesmal auf einem Hügel, waldfrei und viel
Trockenrasen und Sonne.Die mit uns gereisten Ehefrauen und Frau
Stiesy hatten während unseres Sammelns auf einem ausgedehnten
Spaziergang ein gutes Restaurant zum Einkehren ausfindig gemacht, so
dass neben dem fachlichen Teil der Exkursion auch das
Vereinsvergnügen nicht zu kurz kam |
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Eine seltene Schnake aus der Familie Tipulidae
Ctenophora ornata MEIGEN, 1818 |
Bernd Krüger mit Zaungästen am Hauptmannsberg bei Carwitz |
Im
Gasthaus Hollerbusch zu Mittag |
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*) GPS-Daten: "Kleine Heide":
53° 16`56 ``N, 13° 47`32``E, Naugarten: 53° 17`48``N, 13°`40`
9``E |