Exkursionsberichte
Exkursion nach Mörnsheim (Naturpark Altmühltal)
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Nach heftigen Regengüssen auf der Autobahn A9 erreichten die Teilnehmer das Tal der Altmühl, wo sich wettermäßig ein ganz anderes Bild bot: wolkig zwar, aber mit Aufheiterungen, und kein Regen mehr.
Mit großer Erleichterung ob der
Wetterbesserung begrüßten sich die Teilnehmer umso freudiger zum
gemeinsamen Abendessen im Restaurant des Hotels Lindenhof.
Auf Berlin und Umgebung, Dr. Eckl mit
Ehefrau aus Limburg, waren ORION-Mitglieder, z.T. in Begleitung
ihrer Ehefrauen angereist, insgesamt 29 Personen, Entomologen
der Fachrichtungen Schmetterlinge, Käfer, Wanzen und Fliegen.
Der 1. Vorsitzende, Michael Woelky, der wie die bisherigen, so auch diese Exkursion von langer Hand vorbereitet hatte, legte für all diese Insektenordnungen die behördliche Genehmigung zum Sammeln vor.
Gleich am ersten Abend bauten Michael
Woelky und Bernd Krüger die Leuchtanlage am Waldrand, direkt
hinter dem Gästehaus Waltraud auf.
Mit Taschenlampen und Fotoapparat
wurde auch den kleinsten „Motten" zu Leibe gerückt, dergestalt,
dass Bernd Krüger an einem kleinen Tischchen nebenan das Insekt
auf einer Solnhofener Platte krabbeln ließ und es mit Makrolinse
und Blitzlicht ablichtete.
Auch Käfer kamen zum Licht und wurden
auf dieses Weise „geblitzt".
Der nächste Tag wurde sonnig und über
20 Grad warm, eine ideale Voraussetzung zur gemeinsamen
Exkursion auf den Mühlheimer Berg bei Mörnsheim.
Schon von den Wiesenwegen und der kaum
befahrenen Landstraße aus (es war ein Samstag!) ging der Blick
hoch zu den verschiedenen Hängen und Kuppen mit den gelbweiß
leuchtenden Steinbrüchen und den grauen, z.T. schon mager
bewachsenen Abraumhalden.
Mit einem Wort: Der ganze (teilweise
schon abgebaute) Berg besteht aus Kalk – Plattenkalk,
Lithografenschiefer – der sich in schiefrige Scheiben und
Platten spalten lässt, genau nach den Schichten, die sich vor
150 Millionen Jahren als Sedimente auf dem Grunde des ehemaligen
Jurameeres abgelagert haben und die noch heute viele
Versteinerungen, Fische Saurier, Insekten frei geben.
Der Kalkboden dieses Berges, seine von der Sonne aufgeheizten Hänge mit der besonderen xero- und thermophilen Flora und Insektenfauna, dieses Biotop hatte Michael Woelky schon Jahre zuvor bewogen, hier mal wieder einige Wochen Urlaub zu verbringen, und deshalb zog es dieses Mal viele Vereinsmitglieder hierher.
Heute also schien die Sonne, ein
leichter Wind hielt die Temperatur unter 30 Grad. Im weiten
Umkreis um das Kalksteinwerk auf der höchsten Kuppe kescherte
man, fotografierte und suchte – suchte mit dem Blick am Boden,
wo große Flächen des Mauerpfeffers Sedum album den kahlen Stein
bedeckte.
Gesucht und auch gefunden wurde die
Raupe des Apollofalters Parnassius apollo, der hier eine seiner
nördlichsten Populationen hat.
Erst am späten Nachmittag traten wir
den Rückzug an – manch einer (eine) mit leichtem Sonnenbrand im
Nackenbereich.
Am Fernseher abends erfuhren wir, dass
es in Berlin geregnet hat.
Die Landschaft hier inspirierte
einiger Exkursionsteilnehmer, am folgenden Tag nach Eichstätt
oder Solnhofen zu den dortigen Museen zu fahren, um mehr über
die faszinierende Welt vor 150 Millionen Jahren, das Jurameer
mit seinen fossilen Versteinerungen zu erfahren. Auch gestern
auf dem Mühlenberg wurden schon einige Versteinerungen, u.a. der
Teil eines Ringelwurmes, gefunden.
Im Solnhofer Museum waren dann
weltweite Berühmtheiten zu sehen: der Urvogel Archaeopteryx,
Fische, auf denen jede Schuppe, jede Flosse wie gezeichnet zu
Tage lagen. Pfeilschwanzkrebse (deren familia bis heute überlebt
hat!), hier als fossile Tiere, auch eine Libelle, die Adern der
Flügel deutlich zu sehen – als Fossil hier, 150 Millionen Jahre
alt!
Doch wie schön, dass wir uns neben den Fossilen, auch an den rezenten Insekten hier im Altmühltal erfreuen konnten!