Anwesend waren 17 Mitglieder und 4 Gäste.
Der Vorsitzende Michael Woelky begrüßte die Gäste und Mitglieder und stellte
kurz den heutigen Referenten Klaus Dörbandt als Mitglied des Orion vor, der sich
intensiv mit der Beobachtung der Tagfalter in Berlin-Brandenburg befaßt und
jährlich eine Übersicht seiner Tätigkeit verfaßt.
Daher die Nähe zum Thema des heutigen Referates: „Die letzten Vorkommen einiger
Tagfalter in der Mark Brandenburg.“
Der Referent zeigte als erstes die Lage des Gebietes von Berlin-Brandenburg in
Deutschland mit einer Größe von ca.30.000.qkm, das sind
3.000.000 ha, und gab zu bedenken, dass das Vorkommen einiger Falterarten z.Z.
auf nur noch 1 ha geschrumpft ist, die sogenannte Nadel im
Heuhaufen.
Ein kurzer Überblickauf auf die ROTE LISTE von Brandenburg zeigt auf, dass in den
Jahren von 1992 bis 2001 nur 5 Arten im Vorkommen sich verbessert haben, dagegen
haben sich 23 Arten verschlechtert.
Ziel des Vortrags sollen die Falter der ROTEN LISTE 1 (vom Aussterben bedroht)
sein, insgesamt 23 Arten.
Als der Referent 1994 mit der systematischen Beobachtung der Tagfalter in
Berlin-Brandenburg anfing, stellte er nach dem ersten Jahr fest, dass er 49 Arten
erfaßt hatte , ca. 50% der vorhandenen Falter und keinen der RL 1.
Um überhaupt dem Ziel, einmal alle !!! Falter in Brandenburg zu sehen, näher zu
kommen, stellte er fest, dass er ohne Hilfe und Tipps es nicht erreichen kann und
näherte sich über die Vermittlung von Jörg Heimann dem ORION an.
Schon im Jahr 1995 konnte er mit Hilfe von Bernd Kalipke den Falter L. maera
(Braunauge) und mit Hilfe von Oswald Gurlt den C. silvicola (Gold-Dickkopffalter) auffinden. Rein zufällig entdeckte er auch noch M. diamina
(Baldrian-Scheckenfalter) ohne Fremdhilfe. Damit waren die ersten 3 Falter der
RL 1 erfaßt. Im Jahr 1996 kam kein Falter aus RL1 dazu, erst 1997 fand er durch
einen Tip von Jürgen Gienskey den M. nausithous
(Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling), und durch Tipps von Dr. Jörg Gelbrecht und
Karl-Heinz Salpeter noch der H. statilinus (eisenfarbiger Samtfalter). 1998
folgten aus gleicher Tipquelle H. alcyone (kleiner Waldportier) A. niobe
(Mittlerer Perlmutterfalter) und P. optilete (Hochmoorbläuling).
Im Jahr 1999 fand er erst- und letztmalig P. alveus
(Sonnenröschen-Würfel-Dickkopffalter) durch einen Tip von Ingolf Rödel und M.
teleius
(Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling) durch Norbert Primuth und Frank Clemens.
Im Jahr 2001 kam dann durch einen Tip von Arnold Richert (aus Eberswalde) L.
hippothoe (Lila-Gold-Feuerfalter) hinzu.
2005 fand er dann B. aquilonaris (Hochmoorperlmuttfalter) durch einen Tipp von
Dr. Jörg Gelbrecht und der Führung zum Flugbiotop durch Eric Haase.
Durch Zufall und mal ohne Hiweis entdeckte er 2007 erstmalig M. didyma (Roter
Scheckenfalter) an einer Stelle, an der er noch nie nachgewiesen wurde.
Die Gegenden in denen er sein sollte, sind scheinbar erloschen, denn nach 5
Jahren intensiver Suche wurde kein Falter gesehen.
2008 kam es dann zum Erstnachweis von S. spini (Kreuzdornzipfelfalter) nach
einem Tipp von Dr. Hartmut Kretschmer.
Von den 23 Faltern der RL1 sind somit erst 14 Falter nachgewiesen.
Zu den restlichen 9 Arten liegen einige Hinweise über eventuelle
Vorkommensbiotope vor, konnten bisher jedoch nicht nachgewiesen werden, wie
da sind:
Es gibt noch viel zu tun. Der Referent bat zum Abschluß um weitere Hinweise zu den Fluggebieten der noch fehlenden Falter.
Die Sitzung wurde um 20:20 Uhr beendet und wurde mit einem gemütlichen Teil in einer Lokalität in der Chausseestr fortgeführt.
Klaus Dörbandt