Vorsitzender: Thomas Ziska
Anwesend: 10 Mitglieder FG, 7 Mitglieder ORION, 2 Gäste
Thema: Quellen in Brandenburg.
Leider war der Vortragssaal 201 durch ein Treffen des Freundeskreises Naturkundemuseum besetzt, so dass wir in einen anderen Seminarraum umziehen mussten. Da dort erst die Technik installiert werden musste verzögerte sich der Veranstaltungsbeginn etwas.
- Thomas Ziska begrüßte die Teilnehmer, insbesondere den Vortragenden, Sven Marotzke vom Naturkundeuseum.
- Es folgte die Verlesung des Protokolls vom 13.05.2008 durch Uwe Heinig.
Sven Marotzke, begleitet und unterstützt von Jens Regiment, berichtete im Vortrag über ein Projekt zum Auffinden und zur Kartierung der Quellen Brandenburgs. Ursprung waren Jugendprojekte in der Nähe von Lebus, die Lage gab auch dem Verein für Natur und Umwelt „Adonishänge" den Namen.
Einleitend stellte der Vortragende auf Folien die im Bundesland existierenden Grundwasserleiter vor, informierte über ihre Entstehung und gab einen Überblick über Quell-Typen, z.B. Sickerquelle, Tümpelquelle u.a. Quellwasser hat ganzjährig eine konstante Temperatur von ca. 9-12°C. Das führt zu einer angepassten Tierwelt, die z.B. auch im Winter in Quell-Biotopen offenes Wasser vorfindet. Das Wasser ist beim Austritt zuerst sauerstoffarm, reichert sich im Quellbach aber schnell an. Später wird der Quell-Charakter zerstört, durch Wehre und Teiche, in letzteren laufen Fäulnisprozesse ab und es kommt zur Verkrautung.
Quellen werden oft nicht als solche erkannt, was die Suche erschwert. Anhaltspunkte können die Leitpflanzen in unseren Quellen sein, es sind u.a. Sumpfdotterblume, Kriechender Hahnenfuß oder auch die Erle. 90 Arten Moose wachsen in Quellbereichen. Die Larven vieler Insektenarten leben in ihnen, ebenso Bachflohkrebse und einige Räuber, z.B. Strudelwürmer oder Krebse.
Auf Folien stellte Sven Marotzke Beispiele für die vielfältige Tierwelt vor.
Das Quell-Schutz-Projekt wurde vorgestellt und am Beispiel eines Einsatzes am Werbellinsee die Tätigkeit erläutert. Dort wurde ein verrohrter Quellbach renaturiert.
Es folgte ein Film, den in 20 Minuten das vorgetragene vertiefte und ergänzte. Es waren beeindruckende Nahaufnahmen der Bewohner von Quellen zu sehen. Schade, dass dieser Film keinen Sendeplatz beim rbb bekommt!
Im Anschluss wurden Fragen beantwortet: Jürgen Kurdas wollte wissen, wie viele Quellen es in Brandenburg gibt? 2.200 wurden kartiert, geschätzt wird aber, dass die Zahl bei ca. 4.000 liegt. Das Projekt konnte diese große Zahl nicht bewältigen, inzwischen wurde auch die finanzielle Unterstützung eingestellt. Die Organisation und Ausrüstung war kostenintensiv.
Thomas Ziska fragte nach der Liebesquelle Woltersdorf, die im Film in Zusammenhang mit der Entnahme von Kaffeewasser genannt wurde. Es entsteht kein Schaden für die Quelle, da aber das Wasser von einigen „pfiffigen" Leuten auf Märkten als „etwas Besonderes" verkauft wurde, blieb nur die Sicherung der Liebesquelle Anfang der 1990er Jahre mit einem verschlossenen Käfig.
Oswald Gurlt und Stephan Gottwald fragten zu Bibervorkommen in Quellbereichen und Renaturierungsmaßnahmen: Biber gibt es keine, Renaturierung ist, wenn möglich und finanzierbar, anzustreben. Das kommt der charakteristischen Flora und Fauna der Bereiche zugute.
Die Sitzung endete gegen 20.30 Uhr. Der gesellige Teil fand anschließend in den Chaussee-Stuben statt .
Uwe Heinig (Schriftführer FG)